So lassen sich E-Autos einfach zu Hause laden






Ökologisch sinnvoll und voll im Trend: Die eigene Immobilie wird zur Tankstelle für das Elektroauto. Schwäbisch Hall-Expertin Kathrin Milich gibt einen Überblick darüber, was Hausbesitzer wissen sollten.


Ökologisch sinnvoll und voll im Trend: Die eigene Immobilie wird zur Tankstelle für das Elektroauto. Schwäbisch Hall-Expertin Kathrin Milich gibt einen Überblick darüber, was Hausbesitzer wissen sollten.

Noch sind sie eher Exoten, doch der Markt wächst: Rund 67.500 Elektroautos wurden 2018 neu zugelassen, ein sattes Plus von 24 Prozent, so der Verband der Automobilindustrie. Derzeit können Käufer in Deutschland aus knapp 60 verschiedenen Modellen wählen. Bis zum Jahr 2025 sollen es mehr als 100 Modelle quer durch alle Fahrzeugklassen sein. Auch das Netz von Ladestationen wird kräftig ausgebaut: Rund 11.000 öffentliche E-Tankstellen gibt es bereits. Trotzdem: 80 Prozent der E-Autofahrer tanken lieber zu Hause, meldet der Bundesverband eMobilität.
Also einfach nach Feierabend ein passendes Ladekabel in die Steckdose stecken und das E-Auto lädt sich über Nacht? Ganz so einfach ist es nicht. An einer Haushaltssteckdose würde es bis zu zehn Stunden dauern, die Batterie eines Elektroautos vollständig zu laden. Das wäre nicht nur äußerst unwirtschaftlich, sondern auch gefährlich – dafür ist die Ladeleistung eines Autos viel zu hoch. Für die E-Tankstelle im eigenen Haus ist eine spezielle Ladestation, eine so genannte Wallbox, notwendig. Es gibt sie in verschiedenen Varianten mit einer Ladeleistung zwischen 3,7 kW und 22 kW, die Preisspanne reicht von 500 bis etwa 2.500 Euro. Hinzu kommt noch die Installation, die grundsätzlich nur von einem zertifizierten Elektrofachbetrieb durchgeführt werden darf.
„Fakt ist, dass die E-Mobilität nicht mehr umkehrbar ist.“
Dr. Stefan Lösch, Fraunhofer-Institut
Sinnvoll kann es sein, bei dieser Gelegenheit auch einen zweiten Stromzähler zu installieren – etwa, wenn man bei einem Firmenwagen die Energiekosten mit dem Arbeitgeber abrechnen kann oder den günstigeren Strom in der Nacht nutzen will. Für Hausbesitzer gilt die Faustregel: Wird das Elektroauto grundsätzlich zu Hause geladen, verdoppelt sich der Strombedarf eines Familienhaushalts. Milich rät: „Einige Bundesländer, Kommunen oder auch Energieversorger fördern die Einrichtung einer privaten Ladestation, wenn beispielsweise der Strom aus erneuerbaren Energien kommt.“ Einen Überblick, wer aktuell was und wie fördert, gibt der ADAC auf seiner Homepage.

Am besten Ökostrom tanken
Ein Auto mit Strom zu betreiben ist an sich schon umweltschonender als der Antrieb mit Benzin oder Diesel. Optimal ist es, wenn der Strom selbst noch klimaneutral erzeugt wird. Klimaschonend tanken Hausbesitzer vor allem dann, wenn sie Ökostrom beziehen oder – noch besser – eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und einen Stromspeicher zu Hause haben: Sie können den selbst produzierten Strom, der nicht im Haushalt benötigt wird, fürs eigene Elektroauto verwenden. Schwäbisch Hall-Expertin Milich rät: „Wer über den Umstieg auf EMobilität nachdenkt und sie mit der Stromerzeugung zu Hause kombinieren will, sollte sich frühzeitig mit dem Energieversorger und lokalen Netzbetreiber in Verbindung setzen, um die individuell beste Lösung zu finden und den Strom möglichst günstig zu nutzen.“ Denn noch sind diese Technologien kein standardisiertes Massenprodukt.

Intelligente Zapfsäule
Mit modernen Technologien wird auch das Auto in Zukunft Teil des Smart Homes. Wer eine private Ladestation installiert, sollte also gleich darauf achten, dass diese bereits „smart“ ausgerichtet ist, also den Ladevorgang intelligent steuern kann. Damit lässt sich zum Beispiel einstellen, dass nur dann Strom in die Autobatterie fließt, wenn wirklich die Sonne scheint oder aber der Strom besonders günstig ist. Bleibt die Frage: Lohnt sich der Umstieg auf Elektroautos? „Fakt ist, dass die E-Mobilität nicht mehr umkehrbar ist“, sagt Dr. Stefan Lösch, der am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung zu diesem Thema forscht. Er nennt drei Gründe, warum Verbraucher sich schon heute beim Kauf eines Neuwagens für ein E-Auto entscheiden sollten: „Erstens lassen sich bereits jetzt E-Fahrzeuge wirtschaftlich betreiben, insbesondere bei Nutzung von eigenerzeugtem Photovoltaik-Strom. Zweitens muss der Fahrzeugnutzer sich keine Gedanken
hinsichtlich künftiger Fahrverbote in luftverschmutzungsgeplagten Innenstädten machen und drittens ist er unabhängig von den stark schwankenden Spritpreisen.“





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